Skatepark top, Toilette fehlt

Rollstuhl Illustration

Neuer Skatepark in Oldenburg-Eversten: Viel Lob – und ein Wunsch an die Stadt

Am Samstag, den 8. August 2026, waren wir mit unserem Rollstuhl-Skate-Treff zum ersten Mal im neuen Skatepark in Oldenburg-Eversten. Und was sollen wir sagen? Wir waren richtig begeistert.

Der Park fährt sich super. Schon nach wenigen Minuten war klar: Hier steckt viel Überlegung drin. Die Lines sind flüssig und abwechslungsreich, viele Startpunkte sind auch im Rollstuhl gut erreichbar und die Obstacles bieten sowohl Einsteiger*innen als auch fortgeschrittenen WCMXer*innen viele Möglichkeiten. Genau solche Skateparks wünschen wir uns viel öfter.

Natürlich hätten wir trotzdem noch ein paar Wünsche. Ein Rail wäre zum Beispiel eine tolle Ergänzung für WCMX und würde die Möglichkeiten für Rollstuhlfahrende noch einmal deutlich erweitern. Aber insgesamt ist der Skatepark für uns zu sehr gelungen und wir würden gern öfter kommen, wenn da nicht ein Problem wäre, dass uns davon abhält. Doch dazu gleich mehr. 

Ein großes Dankeschön für diesen Skatepark aber an dieser Stelle an die Stadt Oldenburg, die Planungsfirma Endbossund Yamato Living Ramps, die diesen Skatepark gemeinsam umgesetzt haben. Es ist schön zu sehen, dass bei der Planung nicht nur an Skateboards gedacht wurde, sondern auch an Menschen im Rollstuhl.

Leider hört diese gute Planung genau an der Grenze des Skateparks wieder auf.

Denn rund um die Anlage fehlen schattige Aufenthaltsflächen, an denen Familien oder Begleitpersonen längere Zeit sitzen können und Zuwegungen sind mit teilweise losem unbefestigten Schotter, welcher mit dem Rollstuhl nicht so gut zu befahren ist. Vor allem aber fehlt eine öffentliche rollstuhlgerechte Toilette. Und genau dadurch wird aus einem sehr inklusiven Skatepark am Ende doch wieder ein Ort, den viele Menschen nicht uneingeschränkt nutzen können.

Ein Skatepark für Begegnungen

Unser Rollstuhl-Skate-Treff richtete sich zwar in erster Linie an Menschen im Rollstuhl. Gleichzeitig zeigt jeder unserer Besuche aufs Neue, warum inklusive Skateparks so wichtig sind.

Während unserer Session waren Skateboarder*innen, Familien, Kinder und Jugendliche mit Scootern, BMX und Skateboards auf dem SKatepark unterwegs. Es wurde gemeinsam gefahren, miteinander gesprochen und sich gegenseitig Tipps gegeben. Einige Jugendliche setzten sich selbst in unsere Leihrollstühle und probierten das Rollstuhlskaten aus.

Genau solche Begegnungen bauen Berührungsängste ab. Nicht durch Vorträge oder Workshops, sondern ganz selbstverständlich beim gemeinsamen Skaten.

Für mich persönlich gab es noch ein kleines Highlight: Ein Skateboard-Local gab mir einen entscheidenden Tipp für einen Trick, an dem ich schon lange gearbeitet hatte. Wenige Minuten später stand der 180 endlich.

Genau dafür sind Skateparks da, für Begegnung, Austausch und gegenseitiges Feiern von Erfolgen. 

Es fehlt nur noch ein wichtiger Baustein

So begeistert wir vom Skatepark selbst sind, so deutlich wurde leider auch das Problem der fehlenden Toilette.

Damit wir unseren Skate-Treff überhaupt durchführen konnten, mussten wir eine Campingtoilette mitbringen und sie in einem blickdichten Pavillon aufbauen.

Wir sind froh, dass wir damit überhaupt eine Lösung gefunden haben. Aber das kann keine dauerhafte Antwort auf Barrierefreiheit sein.

Wer regelmäßig im Skatepark unterwegs ist, sollte nicht sein eigenes WC mitbringen müssen.

Inklusion zu Ende denken

Der Skatepark zeigt sehr gut, was mit inklusiver Planung möglich ist. Dafür möchten wir uns auch ausdrücklich nochmal bedanken.

Jetzt wünschen wir uns aber dringend den nächsten Schritt.

Eine öffentliche barrierefreie Toilette würde den Skatepark nicht nur für unsere Angebote nutzbar machen. Sie würde allen Menschen mit Behinderung ermöglichen, den Park selbstständig und spontan zu besuchen, genauso wie allen anderen auch.

Wir würden sehr gern regelmäßig nach Oldenburg Eversten kommen. Die Voraussetzungen dafür sind im Skatepark selbst bereits geschaffen.

Liebe Stadt Oldenburg: Lasst uns Inklusion zu Ende denken.

Ein barrierefreier Skatepark braucht auch eine barrierefreie öffentliche Toilette. Der Platz dafür ist vorhanden und die notwendige Infrastruktur dürfte durch die benachbarte Sporthalle ebenfalls in unmittelbarer Nähe liegen. Und selbst wenn eine klassische Toilettenanlage zunächst nicht umsetzbar sein sollte, gibt es inzwischen gute barrierefreie Trockentoiletten, die bereits an anderen Skateparks erfolgreich eingesetzt werden: beispielsweise in Lüneburg oder Wolfenbüttel.

Mit diesem letzten Baustein könnte aus einem ohnehin schon großartigen Skatepark ein Ort werden, der seinem inklusiven Anspruch wirklich gerecht wird und den alle Menschen gleichermaßen nutzen können.

Ein Video von David aus dem Skatepark Eversten findet ihr auf Instagram: https://www.instagram.com/reel/Db0OXiBNgG-/?igsh=MXhlM2Uyc3Rsc2N1ZQ==

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