Ein Skatepark allein reicht nicht

Am Samstag war unser Dortmunder Rollstuhl-Skate-Treff zu Gast im Skatepark Haltern am See. Nachdem wir bereits zur Eröffnung des Skateparks dabei waren, wollten wir nun wieder mal vorbei schauen.

Mit unserer Community aus Dortmund hatten wir einen richtig schönen Tag. Der Skatepark war deutlich leerer als bei unserem ersten Besuch und bot perfekte Bedingungen, um neue Lines auszuprobieren, an Tricks zu arbeiten und einfach gemeinsam Spaß zu haben.

Ein Skatepark, der an Rollstuhlfahrende denkt

Gemeinsam mit DSGN Concepts ist hier ein Skatepark entstanden, der auch aus Sicht von WCMX viele Möglichkeiten bietet. Anfänger*innen finden einen guten Einstieg, Fortgeschrittene können anspruchsvollere Lines fahren und sich an neuen Tricks ausprobieren.

Noch wichtiger ist aber etwas anderes: Der Skatepark schafft Begegnungen.

Rollstühle, Skateboards, BMX und Scooter nutzen dieselben Flächen. Man schaut sich gegenseitig zu, feuert sich an, kommt ins Gespräch und lernt voneinander. Genau so stellen wir uns inklusive Skateparks vor.

Deshalb möchten wir ausdrücklich anerkennen, dass bei der Planung an Menschen im Rollstuhl gedacht wurde. Solche Skateparks brauchen wir deutlich häufiger.

gute Skateparks brauchen auch gute Infrastruktur

So gelungen der Skatepark selbst ist, wurde uns bei unserem Besuch leider wieder bewusst, dass gute Skateparkplanung oft genau am Rand des Skateaparks endet.

Damit unser Rollstuhl-Skate-Treff stattfinden konnte, mussten wir – wie auch bei unserem Besuch in Oldenburg – eine Campingtoilette mitbringen und sie in einem blickdichten Pavillon aufbauen.

Natürlich sind wir froh, dass wir dadurch überhaupt eine Lösung gefunden haben.

Aber eigentlich sollte das im Jahr 2026 nicht mehr nötig sein.

Kein seltenes problem leider

Uns ist wichtig: Dieser Artikel soll keine Kritik allein an der Stadt Haltern am See sein.

Im Gegenteil.

Der Skatepark gehört aus unserer Sicht zu den gelungenen Beispielen dafür, wie inklusive Skateparkplanung aussehen kann.

Das eigentliche Problem begegnet uns leider deutschlandweit.

Skateparks werden vielerorts noch immer eher wie Spielplätze betrachtet als wie öffentliche und überregionale Sportanlagen. Entsprechend fehlt häufig die Infrastruktur, die selbstverständlich dazugehören sollte: barrierefreie Wege, Aufenthaltsflächen und vor allem öffentliche barrierefreie Toiletten.

Für Menschen ohne Behinderung ist das oft nur ein kleiner Komfortverlust.

Für viele Rollstuhlfahrende entscheidet genau dieser Punkt darüber, ob sie mehrere Stunden an einem Ort bleiben können – oder ob sie den Skatepark gar nicht erst besuchen.

Inklusion zu Ende denken

Wir würden sehr gerne regelmäßig nach Haltern am See kommen.

Der Skatepark bietet dafür hervorragende Voraussetzungen.

Unser Wunsch richtet sich deshalb nicht nur an die Stadt Haltern am See, sondern an Kommunen in ganz Deutschland:

Wenn wir inklusive Bewegungsräume schaffen wollen, dürfen wir nicht bei der Skatefläche aufhören.

Eine barrierefreie Toilette ist kein Extra. Sie ist Voraussetzung dafür, dass ein öffentlicher Ort tatsächlich von allen Menschen genutzt werden kann.

Denn niemand sollte seine eigene Toilette mitbringen müssen, um einen öffentlichen Skatepark zu besuchen.

Und genau deshalb hoffen wir, dass wir künftig immer öfter sagen können: Skatepark top und diesmal auch der Rest.

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