Besuch Fachschule Heilerziehungspflege Stadthagen

Austausch auf Augenhöhe: Besuch der Fachschule für Heilerziehungspflege in Hamburg

Wie begegnet man Menschen mit Behinderung in der eigenen späteren Arbeitswelt? Welche Bilder und Vorurteile bringt man vielleicht mit? Und was braucht es, um Menschen nicht zu bevormunden, sondern ihnen auf Augenhöhe zu begegnen?

Mit solchen Fragen im Hintergrund war die Fachschule für Heilerziehungspflege der PLSW Fachschule für Heilerziehungspflege aus Stadthagen bei uns in Hamburg zu Gast. In der barner16 haben wir einen Rollstuhlkurs mit Rollstuhlparcours angeboten. Die Schüler*innen konnten sich dafür Rollstühle leihen und unter unserer Anleitung erste praktische Erfahrungen sammeln.

Wichtig war uns dabei von Anfang an: Es geht nicht darum, „einfach mal zu testen, wie es im Rollstuhl ist“. So einfach ist das Leben mit Behinderung nicht erfahrbar. Für uns stand vielmehr die Sensibilisierung im Mittelpunkt, verbunden mit direktem Austausch, Fragen, Reflexion und einem lockeren Zugang, der Berührungsängste abbauen kann.

Besonders wichtig war uns deshalb auch, dass zwei Übungsleiter im Rollstuhl mit dabei waren. Sie standen für Gespräche, Rückfragen und Diskussionen zur Verfügung und haben ihre Perspektiven direkt eingebracht. Genau dieser Austausch auf Augenhöhe macht für uns den Unterschied. Denn viele der Schüler*innen werden später beruflich mit Menschen mit Behinderung zu tun haben. Umso wichtiger ist es, dass sie nicht nur theoretisches Wissen mitnehmen, sondern auch ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie respektvolle, selbstbestimmte und empowernde Begleitung aussehen kann.

Gleichzeitig war es schön, den Kurs in der barner16 umzusetzen. So konnten die Teilnehmenden auch einen Einblick in einen Ort bekommen, an dem Menschen mit Behinderung kreativ arbeiten und sichtbar sind. Gerade weil wir Werkstattstrukturen oft kritisch sehen, war es uns wichtig, dort auch die Seiten sichtbar zu machen, an denen Selbstbestimmung, Ausdruck und Begegnung auf Augenhöhe möglich werden — und die barner16 für uns ein absolutes Positivbeispiel in diesem System ist.

Wir freuen uns, wenn wir mit solchen Formaten dazu beitragen können, dass zukünftige Fachkräfte einen offeneren, reflektierteren und positiveren Zugang zu Menschen mit Behinderung entwickeln und dass sie diese Haltung später auch in ihren Arbeitsalltag mitnehmen.

Eine weiße Frau im Rollstuhl versucht eine Kante an unserem Rollstuhlparcours zu überwinden. Ein Schwarzer Rollstuhlfahrender Übungsleiter hilft dabei.

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