{"id":42,"date":"2014-11-10T20:02:58","date_gmt":"2014-11-10T18:02:58","guid":{"rendered":"http:\/\/davidlebuser.wordpress.com\/?p=42"},"modified":"2022-10-17T16:19:34","modified_gmt":"2022-10-17T14:19:34","slug":"sich-vom-boden-losen-wenn-rader-den-boden-verlassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sitnskate.de\/ls\/aktuelles\/sich-vom-boden-losen-wenn-rader-den-boden-verlassen","title":{"rendered":"Sich vom Boden l\u00f6sen \u2013 Wenn R\u00e4der den Boden verlassen"},"content":{"rendered":"<p>Vor nicht allzu langer Zeit schrieb ich einen Artikel f\u00fcr das Magazin fiduz von der Arbeitsstelle Fr\u00fchf\u00f6rderung Bayern. Das Leitthema war &#8220;Sich finden &#8211; sich l\u00f6sen, verbunden sein &#8211; sich trennen&#8221; zu finden im Heft no. 33, 17. Jahrgang 1\/2014; ISSN\u00a0 1619-2958 ; <a title=\"www.fiduz-infoblatt.de\" href=\"www.fiduz-infoblatt.de\">www.fiduz-infoblatt.de<\/a><\/p>\n<p>Ich in einem wissenschaftlichen, medizinischen, erziehungsfragenbeantwortendem Magazin? Ja! Und unge\u00e4ndert nun hier f\u00fcr euch:<\/p>\n<p>Mein Leben erfuhr einen gro\u00dfen Umbruch, als ich vor ein paar Jahren im Krankenhaus aufwachte und mir der Arzt mitteilte, dass ich querschnittgel\u00e4hmt bleiben werde. Ich wusste nicht wirklich was das bedeutete und so nahm ich an, dass es nichts schlimmeres geben k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Aber zum Gl\u00fcck wurden mir schnell die M\u00f6glichkeiten aufgezeigt. Nach einigen Rollstuhltrainingsstunden und Sporttherapien wusste ich, es geht eine Menge! Schnell lernte ich den Rollstuhl zu beherrschen und ich merkte, dass meine Selbstst\u00e4ndigkeit und meine Freiheit damit unmittelbar zusammenh\u00e4ngt. Denn je mehr ich lernte, desto weniger brauchte ich Hilfe, desto seltener musste ich umkehren, weil eine Barriere im Weg war. Dieser Ansporn brachte mich dann auch in den Skatepark, denn hier fand ich eine Spielwiese f\u00fcr meine R\u00e4der. Hier konnte ich meine Grenzen kennen lernen und kontinuierlich verschieben.<\/p>\n<p>Ich fand Spa\u00df daran die un\u00fcberwindbar zumutenden Schr\u00e4gen und Rampen zu fahren. Nicht nur das Adrenalin tat seines dazu, vor allem die Erfolgserlebnisse geben einem immer wieder Motivation. Dazu kommt, dass ich im Alltag immer weniger Barrieren vorfand, die mich wirklich aufhielten. Irgendwann entschied ich mich das auch mit anderen zu teilen. Zuerst mit Videos \u00fcber YouTube, doch nach meiner USA Reise wollte ich es direkt an andere weiter geben.<\/p>\n<p>In den USA nahm ich an einem Event mit dem Namen \u201eThey will skate again\u201c von der Organisation Life Rolls On teil. Hier wurde Kindern, Jugendlichen und Junggebliebenen Rollstuhlfahrern von Skateprofis das Fahren im Skatepark gezeigt. Danach gab es einen Contest, die WCMX (WheelchairMX) Weltmeisterschaft. Ich wurde Dritter, was ein unglaublich gutes Ergebnis war. Was mich aber noch mehr beeindruckte, war die Erfahrung mit Gleichgesinnten im Skatepark zu fahren. Nat\u00fcrlich fahre ich auch gern mit meinen Nichtbehinderten Freunden, welche auf Skateboards oder BMX unterwegs sind, aber hier lernte ich an zwei Tagen mehr, als in den zwei Jahren zuvor.<\/p>\n<p>Ich wollte so etwas auch in Deutschland veranstalten und nahm die Idee mit \u00fcber den gro\u00dfen Teich. Zur\u00fcck in Deutschland fand die Idee durchaus schnell Anklang, aber vieles sprach gegen mein Anliegen. Denn wie sind Rollstuhlfahrer versichert wenn sie sich etwas tun im Skatepark? Viele hatten Angst davor, dass etwas passiert wof\u00fcr sie haftbar gemacht werden k\u00f6nnen, aber auch davor, dass alte Stereotypen \u00fcberholt werden m\u00fcssen. Ich gab nicht auf und fand bald mit dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband einen Partner, der mich unterst\u00fctzen sollte.<\/p>\n<p>Wir veranstalten nun Workshops und Schnupperkurse f\u00fcr Rollstuhlfahrer in ganz Deutschland. Das Interesse ist gro\u00df und das Feedback durchweg positiv. Eltern bedanken sich, weil ihre Kinder diese Erfahrung sehr gut annehmen. Viele kommen wieder und einige finden hier sogar einen Sport, den man unabh\u00e4ngig von den wenigen Rollstuhlsportvereinen aus\u00fcben kann. Die Erfahrung, egal ob einmalig oder wiederholt, gibt den Kindern und Jugendlichen eine Menge &#8211; in vielerlei Hinsicht.<\/p>\n<p>Zum einen ist die eigene Wertsch\u00e4tzung gest\u00e4rkt, aber auch die Motivation den Rollstuhl noch besser zu beherrschen, sowie im Alltag selbst\u00e4ndiger zu werden. Die Aktivit\u00e4t wird somit im hohen Ma\u00df gef\u00f6rdert und der Weg f\u00fcr ein selbstbestimmtes Leben bereitet.<\/p>\n<p>Eltern, die sich Sorgen machen, ob das zu gef\u00e4hrlich sei, sollten sich unbedingt vor Augen halten, dass ein behindertes Kind die selben Entscheidungen treffen kann, wie ein nicht behindertes. Denn gerade jetzt, zu einem Zeitpunkt an dem die Inklusion an Schulen Einzug h\u00e4lt, sollte es m\u00f6glich sein, mit seinen Schulfreunden die gleichen Hobbys zu teilen und das kann eben auch das skaten sein. \/David<\/p>\n<div id=\"attachment_46\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/wheelchair_skating-14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-46\" class=\"wp-image-46 size-large\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/wheelchair_skating-14.jpg?w=700\" alt=\"Foto: Andi Weiland\" width=\"700\" height=\"466\" srcset=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/wheelchair_skating-14.jpg 2500w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/wheelchair_skating-14-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/wheelchair_skating-14-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/wheelchair_skating-14-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/wheelchair_skating-14-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/wheelchair_skating-14-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-46\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Andi Weiland<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_48\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/oskar.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-48\" class=\"wp-image-48 size-large\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/oskar.jpg?w=700\" alt=\"Foto: DRS\/Wittmershaus\" width=\"700\" height=\"466\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-48\" class=\"wp-caption-text\">Foto: DRS\/Wittmershaus<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor nicht allzu langer Zeit schrieb ich einen Artikel f\u00fcr das Magazin fiduz von der Arbeitsstelle Fr\u00fchf\u00f6rderung Bayern. 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