{"id":414,"date":"2015-06-25T23:18:56","date_gmt":"2015-06-25T21:18:56","guid":{"rendered":"https:\/\/davidlebuser.wordpress.com\/?p=414"},"modified":"2022-10-17T16:19:34","modified_gmt":"2022-10-17T14:19:34","slug":"db-3s-minus-2s-service-der-bahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sitnskate.de\/ls\/aktuelles\/db-3s-minus-2s-service-der-bahn","title":{"rendered":"DB 3S minus 2S = Service der Bahn"},"content":{"rendered":"<p>Grenzen sind wie Barrieren, manchmal kann man sie \u00fcberwinden, manchmal nicht. Wir sind definitiv daf\u00fcr Grenzen und Barrieren abzubauen, aber bis diese weg sind, m\u00fcssen wir sie halt irgendwie umfahren. Dann gibt es Tage, da scheint auch alles grenzenlos zu sein und Tage, an dem direkt vor einem Mauern aufgebaut werden. Gerade erst haben wir beim Tag ohne Grenzen in Hamburg so sch\u00f6n beeindruckend zelebriert, wie viele M\u00f6glichkeiten Rollstuhlfahrer und behinderte Menschen heutzutage haben.\u00a0 Da viele Leute davon noch gar nichts wissen, sind solche Veranstaltungen sehr wichtig. Wichtig, um der breiten Masse die veralteten Stereotype auszutreiben, aber auch um Rollstuhlfahrern selbst neuen Perspektiven zu schaffen, \u00c4ngste abzubauen und f\u00fcr neue Dinge zu motivieren. Vielen Dank f\u00fcr diese tolle M\u00f6glichkeit die Vielfalt des Sports unter die Leute zu bringen liebe DGUV!<\/p>\n<p>Dann aber gibt es diese Tage, wo man ungewollt der breiten Masse zeigt, dass man halt doch nicht so frei und selbstbestimmt ist. Oftmals haben diese Tage mit einer Bahnreise zu tun. Ob es da einen Zusammenhang gibt? Wir meinen JA!<\/p>\n<p>Dieses Wochenende sind wir nach Berlin gefahren, genauer noch nach R\u00fcdersdorf bei Berlin, um die Brandenburg Open um einen Programmpunkt zu erweitern. Dass dieser wegen der st\u00e4ndig wechselnden Wetterlage dann ins Wasser gefallen ist, ist nat\u00fcrlich \u00e4rgerlich, aber zum Gl\u00fcck haben wir uns noch mehr vorgenommen an diesem Wochenende. Wir waren in Brandenburg an der Havel um meine alte Rehaklink in Hohenst\u00fccken besuchen und haben eine alte Freundin wiedergesehen, was wirklich toll war und allein die Reise und das Wochenende zu einem gelungenen Trip macht. Aber es gab da dann doch noch einige Sachen, die man zumindest mal bedenken sollte.<\/p>\n<p>Unser Hostel bspw. hatte eigentlich alle Voraussetzungen uns ein stressfreies Wochenende in Berlin zu verschaffen. All In hie\u00df es und das kann ja schon mal hei\u00dfen, dass alle rein k\u00f6nnen, muss aber nicht hei\u00dfen, dass man das alleine kann. Nach 22 Uhr f\u00e4hrt der Aufzug auf einmal nicht mehr nach unten, man muss erst das Personal aufsuchen um raus zu kommen. Halb so wild, aber warum muss man eine Toilette \/ Dusche ein Stockwerk h\u00f6her nutzen und dann noch nicht mal das neben dem Aufzug, sondern ein weiteres viel weiter entfernt, wo es doch eins auf der selben Etage, unweit vom Zimmer, gibt. Angeblich geh\u00f6rte es zu einem Zimmer&#8230; Aber warum ist es dann von drau\u00dfen als betretbar und gekennzeichnet? Ok, auch noch nicht so wild, es ist immerhin m\u00f6glich. Doch wenn man erst etliche Male mit voller Blase, oder fr\u00fch am Morgen \/ sp\u00e4t Abends zur Rezeption muss, weil das zugeteilte Klo nicht \u00f6ffnen m\u00f6chte, dann ist das doch irgendwie schei\u00dfe, wenn man von den anderen Klos wei\u00df. Auch das Zimmer war nicht so super (wir hatten ein 8 Bett Zimmer zu zweit). Man konnte nicht am anderen vorbei und selbst kaum drehen. Andere offenbar freie Zimmer, h\u00e4tten da mehr Platz geboten. Andere bezahlen f\u00fcr das selbe Zimmer jedenfalls deutlich weniger&#8230; Ok dann hat man ein paar fremde bei sich im Zimmer, aber man spart halt auch Geld. Wir dachten uns ja auch: Hey wir g\u00f6nnen uns mal was, pennen nicht bei Freunden auf dem Boden und nehmen uns ein Doppelzimmer. Naja beim n\u00e4chsten mal surfen wir vielleicht doch lieber wieder ne Couch, denn da kommt man auf jeden Fall rein und raus, man kann auf Klo und auf die Dusche wann immer man will \/ muss. Bei Freunden pennt man ja auch mal auf dem Boden, aber dann macht man das gern, bezahlt nix und man\u00b4wei\u00df, dass man sich ein Bad teilen muss. Das All in Hostel hatte aber mehrere Rolliduschen, lie\u00df uns aber nur ein sehr entferntes nutzen und wenn gerade ein anderer Rollifahrer (oder auch keiner) dort drinnen war, musste man wieder ein Stockwerk nach unten, um nach einem anderen Bad zu fragen.<\/p>\n<p>Die Lage im Herzen Friedrichshains war aber super, sodass Lisa viele Cupcakes und ihre geliebten Sp\u00e4tzle bekam und ich einen Abstecher in die J\u00e4gerklause machen konnte. Auch Kreuzberg war easy zu erreichen und so war locker ein Besuch bei Iriedaily drin, wo mit nem Kaffee auf den gemeinsamen Weg angesto\u00dfen werden konnte und Pl\u00e4ne f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Weg geschmiedet wurden #staytuned \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nun mussten wir aber weiter nach R\u00fcdersdorf &#8211; S7 nach Ostkreuz, S3 nach Friedrichshagen und mit der Tram 88 nach R\u00fcdersdorf. Eigentlich ganz einfach,\u00a0 wenn da nicht dieser Unsicherheitsfaktor Aufz\u00fcge w\u00e4re. Ein einziger defekter Aufzug am Ostkreuz durchkreuzte jedenfalls unseren Plan und wir mussten den Umweg Alexanderplatz, RE1 nach Erkner, S3 zur\u00fcck(!) Richtung Berlin nach Friedichshagen in Kauf nehmen. Der RE1, der uns ja auch schon von Magdeburg nach Brandenburg und von dort nach Berlin gebracht hat, erschien mir auch nicht mehr so vertraut wie fr\u00fcher. Es sind dort jetzt die Rollstuhlpl\u00e4tze weiter in der Mitte des Zuges, die Rampen sind nicht mehr automatisch und es stand eine Wand aus Metall zwischen Lisa und mir.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/instagram.com\/p\/4EX6aIgp6J\/\">https:\/\/instagram.com\/p\/4EX6aIgp6J\/<\/a><\/p>\n<p>Der R\u00fcckweg aus R\u00fcdersdorf war dann allerdings noch interessanter, denn am S Bahnhof Friedrichshagen ging der grad noch benutzte Aufzug nicht mehr. Auf Nachfrage bei der 3S Zentrale der DB wurde dieser am Morgen als St\u00f6rung gemeldet. Ein Auftrag zur Reparatur w\u00e4re schon raus, der Monteur entscheidet aber selbst wann er diesen in Angriff nimmt. Sonntag jedenfalls nicht. Was man dann f\u00fcr M\u00f6glichkeiten hat war lange ein R\u00e4tsel. Wir sollten eine andere Stra\u00dfenbahn in Richtung K\u00f6penick nehmen, ob diese aber barrierefrei ist, konnte man uns nicht sagen. Einen Notfallplan g\u00e4be es jedenfalls nicht. Ein Taxi k\u00f6nnten wir nehmen, nat\u00fcrlich ohne Zusage, dass die Kosten von der Bahn \u00fcbernommen werden k\u00f6nnen. Was die wohl gemacht h\u00e4tten, wenn wir da ein Zelt bis Montag aufgeschlagen h\u00e4tten? Die Polizei gerufen wegen unangemeldeter Demo?<\/p>\n<p>Aber wenn der Monteur doch erst auf einer seiner n\u00e4chsten Touren vorbei kommt und es offenbar keine Alternative gibt, muss man halt ein paar Tage im Bahnhof bleiben. Als Bahnkunde muss man eben flexibel sein. Unterm Strich hatte die 3S Zentrale keine L\u00f6sung bieten k\u00f6nnen und somit in 2 von 3 S versagt: <del>Service-Sicherheit<\/del>-Sauberkeit.<br \/>\nSchlussendlich halfen uns Passanten unsere Koffer, Rollst\u00fchle und Equipment die Treppen hoch zu tragen, w\u00e4hrend wir diese erklimmten. Bahnhofspersonal h\u00e4tte dies nicht getan, aus versicherungstechnischen Gr\u00fcnden, wie ich es schon oft geh\u00f6rt habe. Freundliche Passanten tun dies aus Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, doch was wenn die sich nun dabei verletzen w\u00fcrden? Sich \u00fcberheben oder den Rollstuhl die Treppen runter fallen lassen? Ich finde bei all unseren Regeln sollte man manchmal auch einfach menschlich und hilfsbereit sein, auch als DB Mitarbeiter.<br \/>\nOb man nun wegen K\u00f6rperverletzung, N\u00f6tigung oder \u00c4hnlichem gegen die Bahn vorgehen kann wei\u00df ich nicht, aber irgendwas sollte man mal tun, damit die Bahn mal merkt, dass es Sinn macht die Aufz\u00fcge und Rolltreppen in Schuss zu halten.<\/p>\n<p>Stellen sie sich doch mal vor, es g\u00e4be keine Treppen und alle w\u00e4ren darauf angewiesen. Keiner k\u00f6nnte ohne Aufzug den Service der Bahn in Anspruch nehmen, keiner w\u00fcrde zahlen. Wie schnell w\u00e4ren wohl alle Bahnh\u00f6fe barrierefrei zug\u00e4nglich und mit redundanten Aufzugssystemen ausgestattet? Aber f\u00fcr so ein paar motzende Rollifahrer doch nicht. Wie viele aber in den 30 Minuten dort ihre Kinderwagen, Fahrr\u00e4der, schweres Gep\u00e4ck\u00a0 hoch tragen mussten, humpelnd, schnaufend, fluchend&#8230; eigentlich sollte es auch mit der Existenz Treppen klar sein, wie wichtig die barrierefreie Zug\u00e4nglichkeit der Bahnh\u00f6fe ist.<\/p>\n<p>Mittlerweile sitzen wir im ICE nach Hause. Die Einstiegshilfe hat ohne Probleme geklappt. Wir waren am Ostbahnhof aber auch angemeldet. Wie sehr der Service davon abh\u00e4ngig ist, hatten wir gerade erst wieder im RE1 gemerkt. Dort wurden wir mehrfach darauf hingewiesen, dass wir ein St\u00f6rfaktor sind und ein Grund f\u00fcr Versp\u00e4tungen wenn wir uns nicht anmelden (zu diesem Zeitpunkt sind wir schon eigenst\u00e4ndig am in Brandenburg ebenerdigen Bahnsteig 1 eingestiegen!). Wir haben mehrfach dann daran erinnert, dass ein Regionalzug, anders bei einer Fernreise, einfach auch mal spontan und ohne Planung genutzt wird. Man kann diesen also gar nicht anmelden , schon gar nicht an Brandenburgischen Kleinstadt Bahnh\u00f6fen.<\/p>\n<p>Selbstbestimmte Mobilit\u00e4t ist f\u00fcr viele Zugbegleiter offenbar immer noch ein unbekanntes Mysterium. Dennoch vielen Dank Deutsche Bahn, dass wir wieder einmal sicher von Dortmund nach Berlin und wieder zur\u00fcck gekommen sind, wenn es auch wieder einmal einige Nerven gekostet hat.<\/p>\n<p>\/David<\/p>\n<p>(Positive) Fotos und Videos vom Trip:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/instagram.com\/p\/4M5iL7Apy9\/\">https:\/\/instagram.com\/p\/4M5iL7Apy9\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/instagram.com\/p\/4JRD-Igp8S\/\">https:\/\/instagram.com\/p\/4JRD-Igp8S\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/instagram.com\/p\/4E36xPgpxH\/\">https:\/\/instagram.com\/p\/4E36xPgpxH\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/instagram.com\/p\/4E3evagp_8\/\">https:\/\/instagram.com\/p\/4E3evagp_8\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/instagram.com\/p\/4Ev5BCAp-2\/\">https:\/\/instagram.com\/p\/4Ev5BCAp-2\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grenzen sind wie Barrieren, manchmal kann man sie \u00fcberwinden, manchmal nicht. 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