{"id":1502,"date":"2020-02-13T20:00:00","date_gmt":"2020-02-13T18:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/lisa-and-david.net\/?p=1502"},"modified":"2022-10-17T16:19:32","modified_gmt":"2022-10-17T14:19:32","slug":"tansania-reise-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sitnskate.de\/ls\/aktuelles\/tansania-reise-teil-3","title":{"rendered":"Tansania Reise &#8211; Teil 3"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Spina Kids in der Klinik Haydom<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200241508-6628.jpg\" alt=\"Ein kleines M\u00e4dchen sitzt in einem Rollstuhl und jagt nach B\u00e4llen\" class=\"wp-image-1509\" \/><figcaption>Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der f\u00fcr uns viel wichtigere Teil sollte erst nach dem Berg kommen. Wir machten uns vom urbanen Arusha auf den Weg ins l\u00e4ndliche Haydom. Allein die Fahrt dorthin war sehr interessant, sah man doch die gro\u00dfen regionalen Unterschiede. Von Arusha, der vom Tourismus gewachsenen Stadt mit vielen befestigten Stra\u00dfen, f\u00fchrte eine gut ausgebaute \u00dcberlandstra\u00dfe Richtung Westen. Doch irgendwann wurden die D\u00f6rfer \u00e4rmer, die Stra\u00dfe schlechter und der Asphalt verschwand. Die letzten 50 km nach Haydom nannte der Fahrer \u201eAfrican Massage\u201c, da die Stra\u00dfen hier nur noch aus Sand und Schotter bestanden und wir dem entsprechend durchgesch\u00fcttelt wurden. Nachdem wir uns ausgiebig haben massieren lassen und mehrere Viehherden durchfuhren, kamen wir in Haydom an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum dort, bezogen wir im G\u00e4stetrakt unsere Zimmer. Deutlich barrierfreier als das Hotel in Arusha, aber weit entfernt von Rollstuhlgerecht. Ein Gartenstuhl war diesmal der Duschsitz unserer Wahl. Eine Tour durch die Klinik mit dem P\u00e4driatischen Chefarzt \u201eDaktari\u201c Joshua Gidabaday lie\u00df schnell erkennen, dass dies nicht im Ansatz mit dem zu vergleichen war, was wir als Klinik kannten. Die Klinik bestand aus mehreren nach und nach gebauten Geb\u00e4uden, teilweise nur Container und Baracken, die mit \u00fcberdachten Betonwegen verbunden waren. Diese Bauweise erm\u00f6glichte sch\u00f6ne begr\u00fcnte Innenh\u00f6fe, sorgte aber auch daf\u00fcr, dass Tiere bis an die Zimmer der Patienten kommen konnten. Die Ausstattung war sehr unterschiedlich. W\u00e4hrend einige Geb\u00e4udeteile sp\u00e4rlich ausgestattet waren, gab es in der Radiologie R\u00f6ntgenger\u00e4te, allerdings werden die Bilder hier teilweise noch per Hand entwickelt, und ein niegelnagelneues und topmodernes CT. Wogegen die Betten und die Rollst\u00fchle, die teilweise nur noch mit Gottes Willen zusammen gehalten wurden, einen deutlich schlechteren Eindruck machten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200241115-4967.jpg\" alt=\"Dr. Theresa am Bett eines Neugeborenen mit Spina Bifida\" class=\"wp-image-1511\" \/><figcaption>Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Aber unabh\u00e4ngig von der Ausstattung wurde schnell klar, dass das Personal, die \u00c4rzte und \u00c4rztinnen, Pfleger und Pflegerinnen hier hochmotiviert und engagiert waren ihren Patienten den bestm\u00f6glichen Service zu bieten. Angekommen an der Kinderstation, genannt \u201eLena Ward\u201c nach einer Familie die diesen Teil des Krankenhauses stiftete, erfuhren wir auch mehr \u00fcber das Spina Bifida Programm und wie es in den letzten Jahren gewachsen ist und weswegen das House of Hope f\u00fcr den Fortbestand und die Weiterentwicklung so enorm wichtig ist. Im Lena Ward gab es 80 Betten und wenn diese voll waren, war kein Platz f\u00fcr Familien die am Nachsorgeprogramm teilnehmen wollten oder nach der Geburt eines behinderten Kindes aus Gr\u00fcnden des Aberglaubens nicht mehr nach Hause zur\u00fcckkehren konnte. Das House of Hope soll hier Abhilfe schaffen und den Familien Raum geben sich der neuen Herausforderung zu stellen, zu lernen, sich auszutauschen. Den Kindern soll vor allem auch die Trennung vom Krankenhaus zu Gute kommen, denn sie sollen sich ja nicht krank f\u00fchlen mit ihrer Behinderung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Spiel und Spa\u00df f\u00fcr mehr Mobilit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200241431-6341.jpg\" alt=\"Ina spielt mit Agnes mit einem Ballon\" class=\"wp-image-1512\" \/><figcaption>Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Tag darauf begann, wie hier \u00fcblich, mit einem Gottesdienst in dessen Rahmen wir auch vorgestellt wurden. Es wurde \u00fcber das House of Hope gesprochen und nat\u00fcrlich \u00fcber den erfolgreichen Verlauf des Charity Hikes auf den Mount Meru, der ja mittlerweile auch im nationalen Fernsehen zu sehen war.&nbsp; Sp\u00e4ter ging es dann endlich zu den Kindern und den Familien.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz meiner Bem\u00fchungen etwas Swahili zu lernen, war die Kommunikation nur \u00fcber Dolmetscher m\u00f6glich. Mit den Kindern sind wir aber schnell warm geworden und konnten sie zu Bewegung animieren. Dabei halfen B\u00e4lle, Ballons und Flummis, aber auch Seilchen und Malb\u00fccher.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Leider konnten nicht alle Familien ihre Rollst\u00fchle mitnehmen, denn das kostet extra und so mussten wir mit den Rollst\u00fchlen aus der Notaufnahme und einem selbst mitgebrachten Rollstuhl improvisieren. Leider mussten immer mal wieder Kinder auf Hockern oder auf dem Boden Platz nehmen, da einfach nicht gen\u00fcgend Rollst\u00fchle vorhanden waren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rollst\u00fchle &#8211; Made in Tansania<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200241450-6472.jpg\" alt=\"David bespricht die Rollstuhlversorgung mit Lisa und Janina\" class=\"wp-image-1513\" \/><figcaption>Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Rollst\u00fchle waren auch der n\u00e4chste Punkt auf der Agenda. Verst\u00e4rkt mit Jens Naumann, seines Zeichens Gr\u00fcnder der 4ma3ma Filiale Hamburg und Sonderp\u00e4dagoge, sowie erfahrener \u00dcbungsleiter der Rollikids, wollten wir die Rollst\u00fchle unter die Lupe nehmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir betrachteten die in Tansania gebauten Rollst\u00fchle genau, reparierten mit der klinikeigenen Werkstatt was zu reparieren war und machten gemeinsame \u00dcberlegungen wie man die Rollst\u00fchle konzipieren muss , damit die Kinder sich effektiver fortbewegen k\u00f6nnen. Hier entstand schon w\u00e4hrend unseres Aufenthalts eine Kooperation, die fortlaufend sein wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich finden wir das Rollstuhlkonzept sehr gut, da es die regionalen Bedingungen aufgreift und die Produktionskosten gering sind. Ein Rollstuhl kostete ca. 250 Euro und ist im Vergleich zu Europ\u00e4ischen St\u00fchlen also deutlich erschwinglicher. Ganz abgesehen davon, dass die Nachhaltigkeit gew\u00e4hrt ist, wenn die St\u00fchle im Land produziert werden und dann auch dort mit Ersatzteilen ausgestattet werden k\u00f6nnen. Es ben\u00f6tigt nur ein paar konzeptionelle \u00c4nderungen um den Kindern hier ein effektives Antreiben des Rollstuhls zu erm\u00f6glichen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200251047-7600.jpg\" alt=\"Jens mit dem Schrauber aus Haydom arbeiten am Rollstuhl von Musa\" class=\"wp-image-1516\" \/><figcaption>Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In Zukunft hoffen wir mit dem House of Hope ein regelm\u00e4\u00dfiges Mobilit\u00e4ts- und Sportprogramm, sowie Rollstuhlanpassungs- und Reparaturtermine einrichten zu k\u00f6nnen. Im Moment nehmen Sport und Mobilit\u00e4t einen nicht so wichtigen Platz ein, bzw. wurden bisher kaum gef\u00f6rdert. Ich denke aber, wir konnten der Klinik und den Menschen vor Ort gut aufzeigen wie wichtig und wertvoll die Bewegungsschulung f\u00fcr die Mobilit\u00e4t sein kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Asante sana &#8211; vielen Dank!<\/p>\n\n\n\n<p>\/David<\/p>\n\n\n\n<p>Haydom Friends: <a href=\"https:\/\/haydom-friends.org\">https:\/\/haydom-friends.org<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>BetterPlace.org: <a href=\"https:\/\/www.betterplace.org\/en\/projects\/72907-a-house-of-hope-for-kids-with-birth-defects-in-africa\">https:\/\/www.betterplace.org\/en\/projects\/72907-a-house-of-hope-for-kids-with-birth-defects-in-africa<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spina Kids in der Klinik Haydom Der f\u00fcr uns viel wichtigere Teil sollte erst nach dem Berg kommen. Wir machten uns vom urbanen Arusha auf den Weg ins l\u00e4ndliche Haydom. Allein die Fahrt dorthin war sehr interessant, sah man doch die gro\u00dfen regionalen Unterschiede. 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