{"id":1491,"date":"2020-02-09T20:00:00","date_gmt":"2020-02-09T18:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/lisa-and-david.net\/?p=1491"},"modified":"2023-01-02T12:25:06","modified_gmt":"2023-01-02T11:25:06","slug":"tansania-reise-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sitnskate.de\/ls\/aktuelles\/tansania-reise-teil-2","title":{"rendered":"Tansania Reise &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Erstberollung des Mount Meru<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200191154-0946.jpg\" alt=\"Das Team macht sich auf dem Weg, ganz vorne die drei Rollstuhlfahrer. \" class=\"wp-image-1494\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Theresa, Ranger, David, Walter (leicht verdeckt), Sontos, Lisa und Ina (je mit Porter) -vlnr &#8211; Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Berg begr\u00fc\u00dfte uns am fr\u00fchen Morgen bei klarem Himmel in seiner ganzen Pracht schon vom Hoteleingang aus. Mit einem Team aus Deutschen, Schweden und Tansaniern machten wir uns auf den Weg f\u00fcr den von Theresa Harbauer und Walter Miya geplanten Charity Hike auf den Mount Meru im Arusha Nationalpark. Wir drei Rollstuhlfahrer, Lisa, Ina und ich,  waren von der ersten Reifenber\u00fchrung mit dem Berg die ersten, welche den Mount Meru damit zu bestreiten versuchten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu seinem gro\u00dfen Bruder, dem Kilimanjaro, hat er nicht so gut ausgebaute Wege und f\u00fchrt \u00fcber steinige, steile und matschige Wege hinauf zu den Gipfeln Little Meru und dem 4566 Meter hohen Summit des Mount Meru.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am Gate erwartete uns ein TV Team, immerhin war es ja ein Rekordversuch. Das kam uns sehr gelegen, denn wir wollten damit ja auch Leute erreichen und ihnen zeigen, dass Rollstuhlfahrer am Leben teilhaben sollen und auch an ihre Grenzen gehen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Gate, so ca. die ersten 3 Kilometer, konnte ich noch recht problemlos selber fahren und ben\u00f6tigte keine Hilfe, doch dann wurde es schnell sehr steil und so mussten mich schon hier, bei der vermeintlich einfachsten Etappe, durchg\u00e4ngig drei Leute schieben und ziehen. Diese erste Etappe erstreckte sich \u00fcber insgesamt 14 km hinauf zur ersten H\u00fctte. Ein Wasserfall und ein als Torbogen gewachsener Feigenbaum waren die Highlights und lockerten die Tortur etwas auf, vor allem auch durch die Pausen an diesen Orten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200191616-1563.jpg\" alt=\"David posiert mit seinem Rollstuhl vor einem Wasserfall\" class=\"wp-image-1495\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch schon kurz nach dem Wasserfall wurde klar, dass wir den Zeitplan nicht einhalten und uns ganz sch\u00f6n ins Zeug legen m\u00fcssen um vor Einbruch der Dunkelheit die H\u00fctte zu erreichen. Der Weg zog sich gewaltig und zwischendurch war die Moral ziemlich im Keller. Der Regen der letzten Tage machte teilweise Wege fast unpassierbar und wir mussten entscheiden ob mitten durch den Matsch oder drumherum, oft nah am Hang oder durchs Dickicht wanderten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Je h\u00f6her man kam, desto mehr Steine spickten auch den Weg. Das wurde als zus\u00e4tzliches Hindernis immer wieder zu einem echten Kraftakt, denn jeder Stein hatte das Potential dich komplett auszubremsen. Manche Steine waren so gro\u00df, dass man r\u00fcber gehoben werden musste. Kurz vor der H\u00fctte gab es nochmal ein Plateau, das hie\u00df zwar keine steilen Anstiege, aber daf\u00fcr s\u00e4umten Gr\u00e4ben vom Regenwasser die Wege und so langsam verschwand die Sonne hinterm Berg. Die Dunkelheit brach dann schnell \u00fcber uns herein, sodass wir sogar die auf der Ebene grasenden B\u00fcffel verpassten. Wir wollten nur noch ankommen!<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich an der H\u00fctte auf 2500 Meter angekommen, gab es hei\u00dfen Tee und ein ausgiebiges Abendessen. Durch die Tortur des ersten Tages war die Motivation etwas im Keller, aber wir schliefen erstmal die Nacht dr\u00fcber.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200191908-1969.jpg\" alt=\"David bei Einbruch der Nach mit mehrern Helfern\" class=\"wp-image-1496\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Finish in the dark &#8211; Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die H\u00fctte hatte nat\u00fcrlich keine barrierefreien Waschr\u00e4ume oder Toiletten und so dauerte das Morgenprogramm auch etwas l\u00e4nger. Wieder halbwegs mit Motivation betankt machten wir uns leicht versp\u00e4tet auf den Weg zu Etappe zwei. Die Wege sollten heute schmaler und steiler werden &#8211; <em>noch<\/em> steiler. So kam es auch, dass bereits nach ein paar hundert Metern und gerade mal 60 H\u00f6henmetern f\u00fcr Lisa und mich klar wurde, dass das so nix werden wird. Schon hier wurden wir eigentlich nur noch getragen, geschoben, gezogen, teilweise von f\u00fcnf Portern und der Weg sollte weitere 7 km so weiter gehen. In diesem Tempo h\u00e4tten wir das nie bei Tageslicht geschafft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte das gro\u00dfe Ziel die n\u00e4chste H\u00fctte zu erreichen, doch ich bin niemand der sich gerne tragen l\u00e4sst. Ich m\u00f6chte lieber selber klettern. Doch auch das war keine Option, da ich den Weg so erst Recht nicht bei Tageslicht geschafft h\u00e4tte, wenn \u00fcberhaupt. Lisa und ich kehrten also zur ersten H\u00fctte zur\u00fcck und der Rest der Gruppe, inklusive der schwedischen Rollstuhlfahrerin Ina Akerberg und dem Tansanischen Spina Bifida Wanderer Santos Joshua Chuwa, ging ihren Weg weiter hinauf. <\/p>\n\n\n\n<p>Da ich nicht gerne aufgebe, war diese Entscheidung f\u00fcr mich nicht leicht, aber am Ende war es wohl die Richtige. Die Message war ja schon hier auf 2500 Meter erreicht, denn bisher hat es noch kein Rollstuhlfahrer soweit an diesem Berg geschafft und eine war ja immer noch auf dem Weg zum Gipfel. Und in Tansania, wo Kindern mit Rollstuhl der Gang zur Schule oft verwehrt wird, weil ihnen der Weg oder gar die Schule an sich nicht zugetraut wird, ist es doch eine sch\u00f6ne Message, dass man sich manchmal einfach auf den Weg machen muss &#8211; ganz ohne die Erfolgschancen vorher zu bewerten.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200201124-2419.jpg\" alt=\"Santos k\u00e4mpfte sich den Berg nur mit Gehst\u00f6cken hoch\" class=\"wp-image-1497\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Santos Joshua Chuwa wanderte nur mit Gehst\u00f6cken hinauf &#8211; Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Lisa und ich machten uns nun zwei entspannte Tage auf der H\u00fctte, ohne Kontaktm\u00f6glichkeit zum Rest der Gruppe. Wir wussten also nicht wie weit die anderen waren. Aber da Ina nicht zur\u00fcck gekehrt war, hat sie es wohl auf jeden Fall zur n\u00e4chsten H\u00fctte geschafft. In der Wartezeit sprachen wir mit einigen Leuten, die bereits auf dem Weg nach unten waren. Viele der \u201enormalen\u201c Wanderer schafften den Gipfel nicht, teils wegen Sturm und Regen, aber auch wegen der H\u00f6henkrankheit oder einfach der Anstrengung wegen. Viele meinten auch, dass es f\u00fcr sie unvorstellbar ist den Weg zum Gipfel, welcher teilweise am Steilhang nur aus einer Kette zum festhalten bestand, mit einem Rollstuhl machbar w\u00e4re.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wir warteten ab und als das Team dann endlich zur\u00fcck kam, brauchten Sie tolle Neuigkeiten mit! Ina war die erste Rollstuhlfahrerin auf dem Little Meru und Santos der vermutlich erste, der mit Spina Bifida zu Fu\u00df den Little Meru erreicht hat. Ein Teil der Gruppe machte sich auch noch auf den Weg zum 4500 Meter Summit des Mount Merus und nahmen unsere Namen und die Message mit auf die Bergspitze. Der Gipfel sollte also weiterhin von Rollstuhlfahrern unerreicht bleiben, aber vielleicht gibt es ja mit unserem Ansto\u00df bald abenteuerlustige Rollstuhlfahrer, die auch das erreichen wollen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1599\" height=\"899\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/cfch8770.jpg?w=1024\" alt=\"Gruppenbild auf dem kleinen Gipfel, dem &quot;little Meru&quot;\" class=\"wp-image-1499\" srcset=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/cfch8770.jpg 1599w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/cfch8770-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/cfch8770-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/cfch8770-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/cfch8770-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/cfch8770-400x225.jpg 400w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/cfch8770-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/cfch8770-1200x675.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1599px) 100vw, 1599px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ina und Santos mit dem Team auf dem Little Meru<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Ende muss man sagen, es war ein toller Rekordversuch mit der richtigen Message, aber bis der Mount Meru ein beliebtes Reiseziel f\u00fcr Rollstuhlfahrer werden kann, muss noch einiges passieren. Bis dahin k\u00f6nnte man aber am Fu\u00df des Bergs eine \u201eWalking\u201c Safari machen und kann B\u00fcffel, Giraffen, Affen und andere Tiere ganz ohne Blechb\u00fcchse entdecken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel der Wanderung ist aber in erster Linie die Finanzierung des House of Hopes, sowie Schaffung von mehr Awareness und Abbau von Vorurteilen gegen\u00fcber Kindern mit Spina Bifida in Tansania.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das m\u00f6glich zu machen bitten wir euch auf den Seiten von Haydom Friends e.V. eine Spende f\u00fcr das House of Hope zu hinterlassen um einen kleinen Beitrag zu leisten und Gro\u00dfes zu erreichen. Mit der Hilfe von Vielen kann dort vor Ort in zukunft viel bewegt werden und da das Konzept bereits an anderen Orten in Tansania aufgeht, ist eine sichere, nachhaltige Investition in die Zukunft vieler Kinder und Familien.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Asante sana &#8211; vielen Dank!<\/p>\n\n\n\n<p>\/David<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/tnz200191651-1654.jpg?w=1024\" alt=\"Lisa wird von mehreren Leuten den Hang hochgezogen\" class=\"wp-image-1493\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Lars Wehrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Haydom Friends: <a href=\"https:\/\/haydom-friends.org\">https:\/\/haydom-friends.org<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>BetterPlace.org: <a href=\"https:\/\/www.betterplace.org\/en\/projects\/72907-a-house-of-hope-for-kids-with-birth-defects-in-africa\">https:\/\/www.betterplace.org\/en\/projects\/72907-a-house-of-hope-for-kids-with-birth-defects-in-africa<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erstberollung des Mount Meru Der Berg begr\u00fc\u00dfte uns am fr\u00fchen Morgen bei klarem Himmel in seiner ganzen Pracht schon vom Hoteleingang aus. 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