{"id":1147,"date":"2016-12-03T10:00:01","date_gmt":"2016-12-03T08:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/lisa-and-david.net\/?p=1147"},"modified":"2022-10-17T16:19:32","modified_gmt":"2022-10-17T14:19:32","slug":"mein-artikel-aus-der-taz-ueber-behinderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sitnskate.de\/ls\/aktuelles\/mein-artikel-aus-der-taz-ueber-behinderung","title":{"rendered":"Mein Artikel aus der taz.mit Behinderung"},"content":{"rendered":"<p>Die taz &#8211; Die Tageszeitung hat zum Tag der Menschen mit Behinderung eine Sonderausgabe in Zusammenarbeit mit <a href=\"http:\/\/www.leidmedien.de\">Leidmedien.de<\/a> und den Sozialhelden herausgebracht, in der viele Autoren mit Behinderung geschrieben haben. Ich kann nur jedem empfehlen die ganze Ausgabe zu lesen, da sehr viele interessante Artikel darin zu finden sind. F\u00fcr alle, die die taz vom Freitag, dem 2. Dezember nicht gelesen haben, hier zumindest mein Text in ungek\u00fcrzter Fassung.<\/p>\n<div id=\"attachment_1177\" style=\"width: 2010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1177\" class=\"alignnone size-full wp-image-1177\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/30_2016-04-21_10-06-46_dsc_1642__klein.jpg\" alt=\"30_2016-04-21_10-06-46_dsc_1642__klein\" width=\"2000\" height=\"1234\" srcset=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/30_2016-04-21_10-06-46_dsc_1642__klein.jpg 2000w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/30_2016-04-21_10-06-46_dsc_1642__klein-300x185.jpg 300w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/30_2016-04-21_10-06-46_dsc_1642__klein-1024x632.jpg 1024w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/30_2016-04-21_10-06-46_dsc_1642__klein-768x474.jpg 768w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/30_2016-04-21_10-06-46_dsc_1642__klein-1536x948.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><p id=\"caption-attachment-1177\" class=\"wp-caption-text\">Foto: RBG Dortmund 51 e.V.<\/p><\/div>\n<p><strong>Wie zu Fu\u00df, nur bergab deutlich schneller<\/strong><br \/>\nMobilit\u00e4t mit dem Rollstuhl \u2013 Warum das fahren lernen so wichtig ist<br \/>\nText: David Lebuser<\/p>\n<p>Mobilit\u00e4t ist in der heutigen Zeit enorm wichtig. F\u00fcr uns ist es ganz normal, dass wir kurze Strecken zu Fu\u00df, mittlere mit der Bahn und lange Strecken beispielsweise mit dem Auto fahren \u2013 oder mit dem Fahrrad. All das lernen wir in der Regel von klein auf, indem wir uns das von den anderen abschauen und es dann nachmachen. So lernen wir Menschen, wir ahmen nach, wir schauen uns etwas ab und halten das dann f\u00fcr normal. Doch was machen Kinder, die nie laufen lernen oder Menschen, die nicht mehr laufen k\u00f6nnen \u2013 wegen eines Unfalls, Krankheit oder Behinderung?<\/p>\n<p>Meist wird Mobilit\u00e4t mit dem offensichtlich \u201eNormalen\u201c in Verbindung gebracht, also wird erst mal das Laufen trainiert. Doch f\u00fcr Rollstuhlnutzer, selbst f\u00fcr welche, die noch laufen k\u00f6nnen, ist das oft nicht die effizienteste Methode. Wir sollten also zuerst lernen, mobil zu sein und dabei sollte nicht entscheidend sein wie man mobil ist, sondern dass man mobil ist.<\/p>\n<p>Die St\u00e4rken st\u00e4rken sollte im Vordergrund stehen und somit sollte man gehbehinderten Menschen, Kindern wie Erwachsenen, das Rollstuhlfahren beibringen. Wenn man selbstbestimmt in der Lage ist, seine Umgebung zu erreichen, dann wird man auch einfacher und motivierter weitere Ziele in Angriff nehmen k\u00f6nnen. Das kann dann Laufen lernen genauso sein, wie ein guter Schulabschluss oder der (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben.<\/p>\n<p>Vor allem Kinder schauen sich in ihrer Entwicklung vieles von den Eltern und anderen Menschen in ihrer Umgebung ab und brauchen daher ein gutes Rollstuhltraining, denn selten gibt es rollstuhlfahrende Vorbilder im engeren Bekanntenkreis. Sinnvoll ist es auch gelegentlich Sportangebote f\u00fcr Rollstuhlfahrer zu nutzen, damit die Kinder auf eine spielerische Art und Weise voneinander lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Rollstuhl- und Mobilit\u00e4tskurse gibt es aber nicht nur f\u00fcr Kinder, denn auch Erwachsene, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind \u2013 sei es nun durch Unfall, Krankheit oder Behinderung \u2013 ben\u00f6tigen eine gute Einweisung in den Gebrauch des Rollstuhls. So eine Einweisung besteht aus deutlich mehr, als wie man den R\u00fccken einklappt oder wie man die R\u00e4der abnimmt und wo man die Schiebegriffe einstellt. Viel mehr muss man lernen sich mit dem Rollstuhl effektiv und kraftsparend zu bewegen, zu lenken und zu bremsen, damit man das Ger\u00e4t in jeglichen Situationen im Griff hat. Weiter geht es zu lernen, wie man Bordsteinkanten sicher hoch und runter kommt und auch wie man Menschen anleitet zu helfen, wenn eine Barriere doch mal zu gro\u00df ist.<\/p>\n<p>Solche Kurse werden unter anderem vom Deutschen Rollstuhl-Sportverband e.V. (DRS) angeboten und von eben diesem gibt es auch eine \u00dcbersicht aller Kurse in Deutschland. Auf www.rollstuhl-fahren-lernen.de kann man schauen, welche Termine demn\u00e4chst anstehen. F\u00fcr Kinder und Jugendliche kann man auch speziell bei den Rollikids auf www.rollikids.de schauen und auch nach Kindersportangeboten in der N\u00e4he fragen.<\/p>\n<p>Ist man auf einen Rollstuhl f\u00fcr das t\u00e4gliche Leben angewiesen, sollte auch die Krankenkasse die Kosten f\u00fcr so einen Kurs \u00fcbernehmen. Das best\u00e4tigte 2012 u.a. auch das Sozialgericht in Oldenburg (S 6 KR 412\/12): \u201eGesetzlich versicherte Rollstuhlfahrer haben einen Anspruch auf die \u00dcbernahme der Kosten f\u00fcr einen Mobilit\u00e4ts- und Rollstuhltrainingskurs.\u201c, hei\u00dft es dort unter anderem.<\/p>\n<p>Doch oft sehen dies die Krankenkassen anders. Es hei\u00dft, f\u00fcr die Einweisung sei der Leistungserbringer, also das Sanit\u00e4tshaus zust\u00e4ndig. Aber haben die Sachbearbeiter der Krankenkassen ihren F\u00fchrerschein auch beim Autokauf im Autohaus gemacht? Sicher nicht, denn auch dort ist klar, dass die technische Komponente vom Fachverk\u00e4ufer \u00fcbernommen wird, aber die Fahrf\u00e4higkeiten werden bei der Fahrschule erlernt.<\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr ein selbstbestimmtes Leben ist es enorm wichtig mobil zu sein. Kinder entdecken die Welt und lernen dabei. Je mobiler und selbstbestimmter sie das machen k\u00f6nnen, desto besser werden sie sich entwickeln \u2013 in allen Belangen. Auch ein erwachsener Mensch wird sein Leben besser gestalten k\u00f6nnen und lebenswerter empfinden, wenn ihm seine Mobilit\u00e4t m\u00f6glichst einfach gemacht wird. Nur wenn Hilfsmittelversorgung und die Schulung in den Gebrauch des Hilfsmittels individuell auf die Situation des Menschen mit Behinderung abgestimmt sind, wird auch eine optimale Teilhabe am Leben m\u00f6glich sein. Wenn wir also wieder mal von Inklusion reden, d\u00fcrfen wir dies auf keinen Fall au\u00dfer Acht lassen.<\/p>\n<p>Nicht also das Laufen ist als normal anzusehen, sondern die Freiheit sich zu bewegen k\u00f6nnen und mit dieser Freiheit dann am Leben teilhaben zu k\u00f6nnen. Wenn der Rollstuhl erst mal beherrscht wird, ist auch das Bahn fahren, sowie das Autofahren kein gro\u00dfer Schritt mehr. Unabh\u00e4ngig von Alter, Behinderung oder Rollstuhlversorgung empfehle ich allen betroffenen Menschen sich \u00fcber die M\u00f6glichkeiten zu informieren und an so einem Training teilzunehmen. Die Mobilit\u00e4tskurse gibt es f\u00fcr alle Altersgruppen, sowie f\u00fcr Aktiv- und auch f\u00fcr E-Rollstuhlfahrer.<\/p>\n<p>Ist das Fahren dann gelernt, bietet der Rollstuhl nahezu die selben M\u00f6glichkeiten, wie das zu Fu\u00df gehen, nur ist man bergab deutlich schneller!<\/p>\n<p>\/David<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die taz &#8211; Die Tageszeitung hat zum Tag der Menschen mit Behinderung eine Sonderausgabe in Zusammenarbeit mit Leidmedien.de und den Sozialhelden herausgebracht, in der viele Autoren mit Behinderung geschrieben haben. Ich kann nur jedem empfehlen die ganze Ausgabe zu lesen, da sehr viele interessante Artikel darin zu finden sind. 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