{"id":986,"date":"2016-07-03T15:09:53","date_gmt":"2016-07-03T13:09:53","guid":{"rendered":"http:\/\/lisa-and-david.net\/?p=986"},"modified":"2022-10-17T16:19:33","modified_gmt":"2022-10-17T14:19:33","slug":"flugschaeden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sitnskate.de\/en\/aktuelles\/flugschaeden","title":{"rendered":"Flugsch\u00e4den"},"content":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf &#8211; Kopenhagen, das ist momentan unsere Hausstrecke k\u00f6nnte man sagen. Dank den engagierten Leuten aus Roskilde, die ein WCMX Event nach dem anderen organisieren, k\u00f6nnen wir \u00f6fter \u00a0ins sch\u00f6ne Sj\u00e6lland\u00a0reisen. Wir haben uns sogar f\u00fcr das Bonusprogramm von AirBerlin angemeldet, weil die eine gute und g\u00fcnstige Verbindung anbieten. Bisher waren wir auch immer sehr zufrieden, doch dieses mal sollte sich einiges \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Es fing damit an, dass unser Hinflug annulliert wurde. Der Grund daf\u00fcr wurde uns nicht genannt, was doof ist, weil man so eventuelle Anspr\u00fcche nicht hundertprozentig pr\u00fcfen kann. Jedenfalls mussten wir eine Nacht im Hotel am Flughafen D\u00fcsseldorf \u00fcbernachten, statt, wie geplant, in Malm\u00f6. Wir haben extra einen Tag eher gebucht, um endlich mal auf die schwedische Seite nach Malm\u00f6 zu kommen. Ok, kann passieren, Ersatzflug war ja direkt am n\u00e4chsten Morgen. Kein Malm\u00f6, aber zumindest verpassen wir nichts von den WCMX Shows beim Roskilde Festival.<\/p>\n<p>Als wir in Kopenhagen ankamen, mussten wir uns aber in komplett durchn\u00e4sste Rollst\u00fchle setzen. Offenbar hat das Bodenpersonal in D\u00fcsseldorf unsere Rollst\u00fchle l\u00e4ngere Zeit im Regen stehen lassen. Nun kann man nat\u00fcrlich sagen, ihr h\u00e4ttet ja das Kissen rausnehmen k\u00f6nnen, aber zum einen gibt es Polster am Rollstuhl, die man nicht einfach so abnehmen kann, zum anderen wollen die ja auch, dass man m\u00f6glichst wenig mit an Bord nimmt und das man schnell ist. Immer wieder muss man sich fragen, warum das Personal nicht geschult wird, mit den Sachen fremder Menschen sorgsam umzugehen. Dieses mal standen unsere Rollst\u00fchle nur im Regen, aber bei vielen anderen Fl\u00fcgen, wurden Sie geschmissen, sind runtergefallen, es haben ganze Teile gefehlt oder es waren sogar ernsthafte Sch\u00e4den dran. Von Lackkratzern bis hin Beulen oder verbogenen Teilen, auch von Totalsch\u00e4den h\u00f6rt man immer \u00f6fter. Da sind ein paar nasse Polster halb so wild, bl\u00f6d nur, dass die individuell angepasst sind und somit der Schaden eventuell doch in den vierstelligen Bereich gehen kann&#8230;<\/p>\n<p>Nun ja wir waren mit einem Tag Versp\u00e4tung in Kopenhagen\u00a0angekommen. Malm\u00f6 haben wir ausgelassen und sind direkt nach Roskilde zum Festival. Wir hatten dort ein paar heftige Tage, eine hammerm\u00e4\u00dfige Show vor vielen Hundert Leuten und eine verdammt gute Zeit. Doch ich \u00fcberspringe diese Tage, denn ich m\u00f6chte zum R\u00fcckflug kommen und meine Erlebnisse am Flughafen D\u00fcsseldorf teilen.<\/p>\n<div id=\"attachment_995\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/img_6590.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-995\" class=\"size-medium wp-image-995\" src=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/img_6590.png?w=300\" alt=\"nicht schwer zu verstehen, oder?\" width=\"300\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/img_6590.png 795w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/img_6590-300x242.png 300w, https:\/\/www.sitnskate.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/img_6590-768x618.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-995\" class=\"wp-caption-text\">nicht schwer zu verstehen, oder?<\/p><\/div>\n<p>Am Flughafen Kopenhagen haben wir unsere Rollst\u00fchle mit zus\u00e4tzlichen AirBerlin Tags versehen lassen, die eindeutig sagten, dass die Rollst\u00fchle ans Gate gebracht werden sollen. Dennoch kamen die Rollstuhl Assistenten des Flughafens DUS mit der Info, dass die Rollst\u00fchle am Band auf uns warten. Ich weigerte mich aber in den Rollstuhl des Flughafen \u00fcberzusetzen und es entbrannte\u00a0eine gro\u00dfe Diskussion, ob wir ein Recht darauf h\u00e4tten. Ich sage ganz klar ja, wir haben ein Recht darauf unsere Rollst\u00fchle, wie angemeldet und abgesprochen, am Gate zu bekommen, damit wir uns selbstst\u00e4ndig, selbstbestimmt und ohne Hilfe durch den Flughafen schieben k\u00f6nnen. Wir bekamen unsere Rollst\u00fchle dann auch nach einigen Minuten v\u00f6llig problemlos. Nur AirBerlin und die Mitarbeiter der Firma Kl\u00fch sahen dort Probleme wo keine waren und entfachten diese riesige Diskussion. Nun k\u00f6nnte man ja denken, dass sich damit alles erledigt hat, wenn da nicht ein streits\u00fcchtiger Mitarbeiter der Rollstuhlassistenten gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die Mitarbeiter der Fa. Kl\u00fch\u00a0mussten\u00a0uns ja immer noch bis in den \u00f6ffentlichen Bereich bringen, da man den Fahrstuhl am Gate nicht ohne Schl\u00fcssel bedienen kann. Einer der Mitarbeiter sagte uns immer wieder seine abwertende Meinung. Er glaube nicht, dass wir selbstst\u00e4ndig sein k\u00f6nnen und wir seien auf seine Hilfe angewiesen, dass habe man ja grad gesehen. Dieses wiederholte er mehrfach und selbst als wir im \u00f6ffentlichen Bereich uns nun von denen lossagen wollten, hielt er es f\u00fcr angebracht uns das nochmal zu sagen. Der Weg sei ja so weit, das k\u00f6nnen wir ja gar nicht alleine schaffen.<\/p>\n<p>Ich sagte ihm nochmals, dass wir von hier an keine Hilfe mehr ben\u00f6tigen und sie einfach abhauen sollen. Selbst Lisa, die bis hierhin noch ruhig geblieben ist, war nun angepisst und wollte den Namen von dem Mitarbeiter wissen, um eine Beschwerde zu formulieren. Der Typ drehte sein Namensschild um und fing an aggressiv zu werden. Nun fragte ich ihm nach seinen Namen, woraufhin er mir die M\u00fctze vom Kopf schlug. Sein offensichtlich stummer Kollege hielt ihn daraufhin zur\u00fcck. Wer wei\u00df was er sonst noch gemacht h\u00e4tte. Sie gingen weiter, doch nun war ich endg\u00fcltig auf 180 und wollte seinen Namen erfahren. Wir folgten ihnen ein paar Meter und dann drehte er sich um, erhob\u00a0den Aisle\u00a0Chair, mit dem wir aus dem Flugzeug geholt wurden und einer Sackkarre nicht un\u00e4hnlich ist. Er drohte mir mit dem Stuhl in der Hand: &#8220;Soll ich dich nochmal zum Kr\u00fcppel schlagen?&#8221; Sein Kollege hielt ihn abermals fest und zog ihn davon. Um uns herum standen geschockte Passanten und Mitarbeiter des Flughafens, aber au\u00dfer einen geschockten Blick unternahm niemand etwas.<\/p>\n<p>Wir folgten den beiden weiter, bis sie im nicht \u00f6ffentlichen Bereich verschwanden. Wir gingen nun weiter und suchten einen Bundespolizisten auf, um den Vorfall zu melden. Er nahm sich der Sache gerade an, als die beiden Typen um die Ecke kamen. Er sprintete hinterher und hielt sie fest. \u00a0Wir mussten noch eine Zeit\u00a0warten bis die Kollegen der Landespolizei NRW \u00a0den Fall \u00fcbernahmen. W\u00e4hrenddessen legte sich der Schl\u00e4gertyp auch noch mit dem Polizisten an und spielte die Ausl\u00e4nderkarte (ja genau der Typ, der uns auf unsere Behinderung reduziert hat). &#8220;Wieso ist von vornherein klar, wer der Schuldige ist? Nur, weil ich Ausl\u00e4nder bin?&#8221; Daraufhin stellte der Polizist erstmal klar, dass hier alle Leute festgehalten werden um die Sache zu kl\u00e4ren und er sich nicht von ihm als Rassist in Aus\u00fcbung seiner Pflicht darstellen lasse.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter\u00a0lie\u00dfen wir dann eine Anzeige aufnehmen, woraufhin der Typ mich auch direkt wegen Beleidigung anzeigen lie\u00df.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend begaben wir uns zur Firma Kl\u00fch, die f\u00fcr die Serviceleistung f\u00fcr mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Flugreisende dort zust\u00e4ndig sind, und beschwerten uns dort ebenfalls. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer war sehr dankbar, aber auch schockiert. Der Mitarbeiter hat auf jeden Fall mit Konsequenzen zu rechnen, eine Schulung reiche bei diesem Vorfall sicher nicht mehr aus. Dies sei in all den Jahren noch nichtmal ansatzweise passiert und er garantierte uns, dass er alles tut, das uns und anderen so etwas nie wieder passieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch war sehr positiv, wir f\u00fchlten uns verstanden und haben auch einige interessante Informationen bekommen. So ist es z.B. tats\u00e4chlich EU Recht, einen speziell angepassten Rollstuhl (wenn vorher angemeldet) direkt am Gate zu bekommen. Dass man dieses Recht aber auch bekommt, liegt leider nicht in der Hand der Rollstuhlservice-Mitarbeiter, sondern in der der Airline bzw. des Ramp Agents.<\/p>\n<p>Solltet ihr\u00a0mal am Flughafen D\u00fcsseldorf von einem Mitarbeiter der Firma Kl\u00fch schlecht behandelt werden,\u00a0scheut euch nicht den Kontakt zu suchen. Ihr braucht \u00fcbrigens keinen Namen des Mitarbeiters, da alle Mitarbeiter fest f\u00fcr einen Passagier eingeplant werden. Somit ist es sp\u00e4ter ein leichtes, den Namen des Mitarbeiters herauszufinden, ganz ohne, dass er sein Schild verstecken kann und aggressiv wird.<\/p>\n<p>\/David<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf &#8211; Kopenhagen, das ist momentan unsere Hausstrecke k\u00f6nnte man sagen. Dank den engagierten Leuten aus Roskilde, die ein WCMX Event nach dem anderen organisieren, k\u00f6nnen wir \u00f6fter \u00a0ins sch\u00f6ne Sj\u00e6lland\u00a0reisen. Wir haben uns sogar f\u00fcr das Bonusprogramm von AirBerlin angemeldet, weil die eine gute und g\u00fcnstige Verbindung anbieten. 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